CLAVICULA

Clavicula by Karlotta Lovis

CLAVICULA

Clavicula by Karlotta Lovis
Clavicula by Karlotta Lovis

CLAVICULA

Ein Berliner Hetero-Paar, Gruppen-Sex und Exhibitionismus – Ein Dreier in dem die Grenzen der Körper miteinander verschmelzen.

Aus dem Englischen übersetzt:
„CLAVICLE”

***

Die Fasern des Seils gleiten durch meine Finger. Gestern trocknete es noch auf dem Balkon, von der einen zur anderen Seite gespannt.

Zunächst bei 30°C in der Maschine waschen und dann unter etwas Spannung lufttrocknen lassen.

Etwas Spannung. Ein Lächeln zuckt über meine Lippen.

Ich hole mit der rechten Hand aus und haue mit leichtem Druck auf seinen Innenschenkel.

Er zuckt zusammen.

Seine Augen drehen sich etwas nach oben und innen.

Was er dort wohl sieht?

Er atmet tief durch den Mund ein. Zieht die Luft schnell vorbei an seiner Epiglottis.

Die Luft saust weiter durch seine Trachea hindurch, tiefer in seinen Körper, teilt sich an der Bifurcation und füllt die Lunge bis in die Alveolen hinein.

Sein Brustkorb hebt sich und er versucht seine Beine zu seiner Körpermitte zu ziehen. Er hält in der Bewegung inne.

Seine Füße sind fixiert. Nur mit dem Seil bekleidet liegt er vor mir auf dem Küchentisch. Die Reste des Frühstücks liegen noch im Bett verteilt. Der Tisch hingegen war frei und unbenutzt. Und warum eigentlich nicht?

Mein Blick wandert über seine eckige Nase, an seinen großen Lippen entlang. Die Brusthaare erregen meine Aufmerksamkeit indem sie sich regelmäßig wiegend mit der Brust heben und senken. Was sollte ich als Nächstes ihm tun?

Ich betrachte eingehend seinen Intimbereich. Versuche mir den Venenverlauf auf seinem Penis einzuprägen, meine Gedanken und Bewegungen dem Fluss der Gefäße anzupassen. Die Venen sind gefüllt, seine Schwellkörper ebenso und sein Penis ist sichtbar erigiert. Die Vorhaut ist kaum noch über seine Eichel gestülpt.

Ich gefalle mir in meiner Rolle. Und frage nach, ob sich das alles okay für ihn anfühle. Mit einem Lächeln sieht er mich durchdringend an.

„Ja, sehr okay.“

Oh, diese wunderschönen Augen. Mein Blick gleitet zu seinen Armen, die die Wand berühren und über ihm am Küchentisch befestigt sind. Eine ästhetische Knotenführung spannt sich zwischen seinen Händen und Unterarmen.

Das Bild, wie er nur sporadisch von eingedrehten Fasern bedeckt und festgehalten vor mir liegt, macht mich an. Ich spüre, wie meine Vulva immer praller wird. Der Kontrast des Organischen seiner Haut und des Künstlichen des Seils zieht mich an. Ich möchte ihm nahe sein, ihn berühren. Den Übergang von harten Fasern zu weicher Haut spüren.

Ich richte mich auf und sehe aus dem großen Fenster, das vom Boden bis zur Decke reicht. Wir sind im 3. Obergeschoss und der Blick wird von der Häuserwand gegenüber aufgehalten. Wahrscheinlich beobachtet uns gerade jemand vom Wohnzimmer aus.

Sehr wahrscheinlich mehr als eine Person.

Der Gedanke erregt mich und ich lächle. Eine Bewegung unten auf der Straße reißt mich aus meinen Voyeur*innen-Fantasien und eine ganz neue Idee entpuppt sich daraus. Mal sehen, ob das klappt.

„Glaubst du, du würdest dich wohl damit fühlen, wenn ich dir deine Augen verbinde?“, murmle ich ihm in sein Ohr.

Kurzerhand setze ich mich auf seinen Bauch und platziere meine feuchte Vulva unter seinem Nabel auf die Haut. Mein Po berührt dabei seinen Schwanz und ich unterdrücke das Verlangen, ihn direkt zu ficken.

Ich drücke mein Geschlecht noch etwas fester gegen seinen Bauch.

Ob er wohl auch meine äußeren Labien spürt oder nur etwas Feuchtes. Warmes. Pralles?

„Klar, mach mal.“, stimmt er meinem Vorschlag zu.

Meine Lippen bewegen sich wie von selbst in die Richtung von seinen und sehnen sich nach einem leidenschaftlichen Kuss. Meine Zunge leckt frech über seine Unterlippe und bittet um Audienz, die er ihr breit lächelnd gewährt. Unsere Zungen tanzen eng umschlungen.

Ich spüre einzelne Papillen, die wiederum zu einem Mischmasch aus rau und weich verschwimmen.

Mein Hirn projiziert die feuchten Berührungen auf meine Klitoris und ich merke, wie es zwischen meinen Schenkeln aufgeregt prickelt. Ich drücke meinen Arsch weiter auf seinen Penis und meine Lippen umschließen seinen Mund. Ich beiße vorsichtig in seine Lippe und ziehe sie zwischen meine Zähne geklemmt kurz von ihm weg. Er lacht glücklich. Wohlig lächelnd fische ich meinen dunkelgrünen Kaschmirpullover von der Stuhllehne.

Er beobachtet mich.

„Magst du vielleicht etwas nehmen, was ein bisschen weniger warm ist?“

Ich nicke, greife ein Stück weiter nach rechts und habe sein …

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