Runde Drei

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Runde Drei

Tauch ein in die unglaublich heiße, polyamouröse und sich immer weiter aufbauende female-male-female Beziehung von Runde Drei.

“Lara?” war meine erste Reaktion. “Lara Croft wohnt neben uns?”
Meine Frau lachte auf. “Nein, Lara Wankmann. Du wirst überrascht sein,” meinte sie mit einem Funkeln in ihren Augen, ein sicheres Zeichen, dass ihr Schalk einmal mehr die Oberhand gewann.
Ich war überrascht, sogar mehrfach, und am Ende so gründlich wie nie zuvor. Doch bis dahin sollte es eine Weile dauern. Es war Herbst. Zu dieser Zeit übernahm ich eine neue Position in meiner Firma, was zunächst mit sehr vielen Überstunden und häufigen Dienstreisen verbunden war. Einige Wochen vergingen, bis ich zum ersten Mal überrascht wurde.

***

Es war wieder einmal spät geworden im Büro. Als ich an dem ungemütlichen, nasskalten Novemberabend endlich gehen konnte, war ich ausgelaugt wie selten zuvor. Ich war mit dem Kopf noch immer im Büro, als ich kurz nach zehn zu Hause ankam. Wie in Trance parkte ich meinen Wagen. Doch statt wie sonst durch Tiefgarage und Keller direkt zum Lift zu gehen, nahm ich den Umweg über die Außenanlage. Ich brauchte wenigstens ein paar Schritte in der frischen Luft, egal wie schlecht das Wetter war.
Dann stand ich an der Haupteingangstür unseres Hauses. Der Schlüssel passte nicht! Was sollte das jetzt? Es war sehr unwahrscheinlich, aber nicht völlig ausgeschlossen, dass die Schließanlage ausgetauscht worden war. Hatte meine Frau etwas davon gesagt? Ich stocherte mit dem Schlüssel im Schloss herum. Er ging einfach nicht.
Unschlüssig zog ich ihn zurück und wollte eben bei uns klingeln, als mich eine helle, angenehme Stimme von hinten ansprach: “Kann ich Ihnen helfen?”
“Äh …” Ich drehte mich um. Ich wußte nicht, was ich sagen sollte. Für einen Einbrecher würde mich die Frau wohl nicht halten, eher für einen angetrunkenen Heimkehrer. “Ich … ich wohne hier. Aber mein Schlüssel geht nicht mehr ins Schloss,” versuchte ich mein Gestocher zu erklären.
Obwohl ich sicher jedes Recht hatte, hier zu stehen und irritiert zu sein, war mir die Sache doch peinlich. Man sollte schließlich annehmen, dass ein Mieter es mitbekam, wenn in einem Wohnhaus mit 18 Stockwerken und über 100 Parteien die Zentralschließanlage ausgetauscht wurde!
Inzwischen trat die Besitzerin der Stimme vollends ins Licht. Sie war nicht alt, vielleicht sogar jünger als ich, doch so füllig, dass das kaum eine Rolle spielte. Wohl hatte sie mich sehr freundlich angesprochen, doch ich habe mit dicken Frauen so meine Probleme – nein, sagen wir es ruhig offen: ausgeprägte Vorurteile.
Ihr pausbäckiges Gesicht, ihre komische Mütze, der wurstpellenartige Wintermantel, natürlich ein paar Nummern zu knapp gekauft … all das rief mein ganzes Arsenal auf den Plan. Fresssüchtig, unbefriedigt, hinterhältig – da gab es kaum etwas, das ich normalerweise ausließ, wenn sich die Gelegenheit bot, zum Beispiel beim Lästern im Kollegenkreis.
Nun war dies keine dieser Gelegenheiten, im Gegenteil. Glücklicherweise konnte die Frau auch nicht ahnen, was hinter meiner professionell lächelnden Verkäufermaske vorging.
“Lassen Sie mich mal!” bat sie und zückte einen Schlüssel, der meinem überhaupt nicht ähnlich sah. Ich trat zurück, und sie öffnete anstandslos die Türe.
“Na bitte! Es geht!” meinte sie freundlich lächelnd. Mir fiel auf, dass sie keine Spur von Misstrauen zeigte. Sie schien es für selbstverständlich zu halten, dass ich ihr die Wahrheit gesagt hatte. Typische Dicke, dachte ich voller Undankbarkeit, zu blöd, um wenigstens ein bisschen vorsichtig zu sein! Natürlich nahm ich das Angebot trotzdem an und kam mit hinein.
“In welchen müssen Sie denn?” Sie stand im Lift vor mir und blockierte mit ihrer Leibesfülle – wie hätte es anders sein können – die Schalttafel.
“In den 14.,” erwiderte ich mit professioneller Glattheit.
“Ach, sehen Sie mal, da wohne ich auch!”
Dick oder nicht, die Frau hatte mir eben ohne viel Aufheben aus einer peinlichen Situation geholfen. Ich riss mich also zusammen und förderte ein wenig Freundlichkeit an den Tag.
“Ah wirklich? Das ist ja erstaunlich! Da wohnt man jahrelang Tür an Tür, und kennt sich nicht einmal!” sagte ich, während der Lift mit dem üblichen Knarzen seinen Weg nach oben antrat. Sie lachte leise auf. Wie ihre Stimme war ihr Lachen äußerst angenehm und hatte nichts von dem Waschweiberton, den ich bei dicken Frauen sonst so oft hörte – oder zu hören glaubte.
“Na, ‘jahrelang’ ist es bei mir nicht! Ich bin erst im September eingezogen.”
“Oh … dann … hat mir meine Frau von Ihnen erzählt. Sie müssen die neue Nachbarin sein … die direkt neben uns wohnt!”
“Na, das ist aber nett! Dann sind Sie Herr Carlsen?”
“Ja, Alexander Carlsen. Und Sie sind Frau …”
“Wankmann, Lara Wankmann. Viele verwechseln mich mit Lara Croft, aber das kommt nur davon, dass wir beide so gut aussehen …”
Hoppla! Diese Lara war anscheinend nicht ganz ohne… Die Anspielung, der satte ironische Unterton, das waren nicht die Kennzeichen meiner üblichen Dick-und-dumm-Kategorie. Im Gegenteil, ich mochte Frauen, die diese Art Humor besaßen, immerhin war ich seit neun Jahren mit einer verheiratet.
Inzwischen war der Lift angekommen und wir verabschiedeten uns.

“Du bist ein Dämlack!” kommentierte meine Frau nach einem kurzen Blick auf meinen Schlüsselbund. Ich starrte das metallische Bündel an und fühlte mich für einen Moment wirklich wie ein solcher.
“Ich versteh es nicht!” rief ich aus. “Mit diesem Schlüssel …!”
“Mit diesem Schlüssel kommst du immer durch die Garage, ja. Dein Schlüssel für die Haustüre ist vermutlich noch im Kasten, und zwar seit drei Wochen schon. Seit wir ihn dem Elektriker ausgeborgt haben …”
Das hatte ich völlig vergessen. Für die Wohnung gab es einen Ersatzschlüssel, für die Haustüre nicht. Die Elektro-Firma war zuverlässig, arbeitete schon seit Jahrzehnten für unseren Vermieter. Daher hatten wir dem Elektriker kurzerhand meinen Hausschlüssel überlassen. Ich war dann erst einige Tage auf Dienstreise gewesen und danach immer durch die Garage gegangen oder mit Julia gemeinsam nach Hause gekommen!
“Ich habe übrigens Lara Croft kennengelernt,” erzählte ich, schon um ein wenig von meiner Vergesslichkeit abzulenken.
“Lara wer?”
“Lara … na unsere neue Nachbarin eben! Stell dir vor, sie hat das selbst gesagt: Dass sie immerzu mit Lara Croft verwechselt wird.”
Meine Frau lachte.
“Dann hast du sie wirklich kennengelernt!”
“Ja, sicher, warum auch nicht? Kennst du sie denn so gut?”
“Na hör mal! Wir wohnen schließlich Tür an Tür, und sie arbeitet ebenfalls nur auf einer Zwodrittelstelle wie ich. Ich kenne sie, seit sie hier eingezogen ist. Wir haben uns schon ein paar Mal unterhalten. Sie kommt ab und zu auf einen Kaffee oder ein Glas Wein vorbei, und ich war auch schon drüben. Du bist einfach zu selten da, Schatz!”
“Leider, ja.”
Das erklärte nun zumindest den eklatanten Mangel an Misstrauen. Sie hatte mich anhand der Fotos erkannt, die bei uns im Wohnzimmer hingen. Doch weshalb hatte sie nichts davon gesagt, im Lift die Unwissende gespielt? Irgendetwas war da … und …
“… weshalb hast du das denn nie erzählt?” fragte ich Julia mit erwachender, echter Neugier.
“Oh, Schatz, du bist immer so fertig vom Job, und wir haben ja auch wichtigere Themen als eine Nachbarin …”
“Komm, Julia … nicht so. Verschaukeln kann ich mich selbst.”
“Naja, weißt du, ich kenne dich eben. Und ich weiß, wie du über Dicke denkst, vor allem über dicke Frauen. Und Lara … Lara ist ein wunderbarer Mensch! Ich habe selten eine so angenehme, intelligente Frau getroffen. Ich hatte einfach keine Lust, dass du mit deinen üblichen dummen Sprüchen über sie herziehst. Anfangs war es ja auch gar kein Thema, dass wir uns näher kennenlernen. Da hab ich nichts gesagt, weil es wirklich unwichtig war. Und dann fand ich, dass es zu spät war. Ich weiß, es klingt komisch.”
Das fand ich auch, doch aus einem ganz anderen Grund. Es sah Julia überhaupt nicht ähnlich, mir eine solche Bekanntschaft zu verschweigen, ob dick oder dünn! Im übrigen war ich bisher davon ausgegangen, dass Julia meine Vorurteile bis zu einem gewissen Grad teilte. Sie selbst war so schlank, wie ich mir eine Frau nur wünschen konnte. Ich mochte es, wenn man den Beckenknochen ein wenig sah, und es störte mich auch nicht, wenn bei gestrecktem Rücken die Rippen hervortraten. Julia hätte als Model arbeiten können. Von bösen Menschen war sie schon als Hungerhaken und Kleiderbügel beschimpft worden, doch sie war gewiss nicht magersüchtig; wir aßen gut, wenn auch nicht übermäßig. Obwohl fast genauso groß wie ich, war sie für mich einfach das Sinnbild einer zierlichen Frau, und – bekleidet oder nackt – erregte sie mich auch nach neun Jahren Ehe noch jederzeit problemlos.
Doch ich hatte an diesem Abend andere Sorgen und ließ die Sache auf sich beruhen. Diese Nachbarschaftsbekanntschaft war sicher kein Thema, das längeres Nachfragen erforderlich machte. So konnte man sich täuschen …

***

Der Winter verstrich, und es wurde Frühling. Ein wunderbarer Frühling in diesem Jahr, in dem es früh recht warm wurde, so dass wir schon im April auf unserem windgeschützten Balkon einem unserer größten Vergnügen nachgehen konnten, dem Sonnenbaden. Nackt, versteht sich. Im 14. Stock waren wir dort vor allen Blicken sicher, denn unser Haus überragte die Nachbarhäuser deutlich.
Zu Hause liefen wir bei solchem Wetter meist den ganzen Tag nackt durch die Wohnung, und es hatte schon einige lustige Überraschungen gegeben, wenn dann plötzlich jemand vor der Türe stand. Julia hoffte geradezu auf die Vertreter vom Wachtturm, denn solche Leute konnte man besonders genüsslich schockieren. Im vergangenen Jahr hatte sie nicht nur splitternackt die Tür geöffnet, als zwei ältere Damen der Glaubensgemeinschaft klingelten; sie hatte sie hereingebeten und sich über zwei Stunden mit ihnen unterhalten – ohne einen Faden am Leib … oder ein Haar unterhalb des Nackens…

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