Dreamer

Erotica eBooks by Nicolas Scheerbarth
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Dreamer

Sie lernen sich in der grenzenlosen Welt des Cyber-Sex kennen. Doch ihre Liebe zwingt Dreamer in die extremen Bereiche der Szene.

Heute nacht war Dreamer wieder unterwegs im SenseNet, dem virtuellen Tummelplatz der Lüste. Dressed to kill. Auf Beutezug. Sie brauchte einen Mann. Vielleicht auch zwei. Und sie brauchte Es. Dringend, wie sie fand.
Es war einiges los auf den Open Access Areas, im Slang kurz Opacas genannt. Kein Wunder, an einem Freitagabend. Männerfleisch gab es immer, doch wahllos war sie noch nicht geworden, nicht in ihrem Alter und mit ihrer Erfahrung. Jedenfalls sah es gut aus, das zeigte ihr ein erster Rundblick. Die Bilder … Standbilder im Opaca, oft sogar noch in 2D, flach und altertümlich … die Daten, die Icons der Vorlieben und Fähigkeiten … all das flog an ihrem geübten Auge vorbei.
Sie durchstreifte den Zoo, wie sie es liebevoll nannte, die Auswahl ihrer Lieblings-Opacas, die in ihren Favoriten ganz oben gelistet waren. Im EroNet war es wie immer zu voll am Wochenende. Hierher kam sie nur, wenn an Wochentagen nirgends sonst etwas los war. Dann das DateField, InstantSex und ManiaCity. Alle gut besucht. Zurück zu InstantSex. Ein Mann war ihr aufgefallen. Etwa ihr Alter, groß, schlank, gepflegt … dunkles, kurzes Haar. Er lehnte an der Bar. Trug ein Business-Outfit in dezentem Anthrazit mit tiefvioletten Jackettaufschlägen … ungewöhnlich bei InstantSex, wo man sich eher locker und casual gab, aber nicht so ungewöhnlich, dass es schon exzentrisch wirkte.
Dreamer war das nur recht. Sie wollte heute keine Exoten, nichts Abgedrehtes, Anstrengendes. Sie selbst war in einem Standard-Outfit unterwegs … ein wie schwarzes Leder wirkendes Geschirr mit zwei breiten, nietenbesetzten Trägern, die vom Hals über ihre Brüste liefen, sich knapp oberhalb der Schamspalte vereinigten und von einer silbernen Kette um die Hüfte gehalten wurden. Dazu ein Paar passende Riemchenpumps und ihren Oberarmreif mit der Sphinx, dem Erkennungszeichen von Dreamer.
Der Mann war jedenfalls einen genaueren Blick wert. Roger nannte er sich. Auch das passte zu ihren Absichten. Irgendeinen Düsterling, Player oder Poser brauchte sie heute nicht. Sie fuhr ihre Toolbox hoch. Zuerst der PersonCheck … um einen ersten Eindruck zu bekommen. Roger war tatsächlich ein Mann, soweit es das einfache Prüfprogramm feststellen konnte. Aber das war interessant: Er war weit jünger als sein Avatar. 28, verriet ihr die Prüfung. Vorlieben … heterosexuell, aber bereit zu einem Dreier mit einem zweiten Mann … sehr gut. Oral, anal … er würde sie fisten, ohne selbst Spaß daran zu haben … keine extremeren Sachen. Dreamer grinste in sich hinein. Da hast du ja mal wieder unverschämtes Glück, gratulierte sie sich selbst.
Es wurde Zeit, Kontakt aufzunehmen. Sonst schnappte ihn womöglich jemand weg, oder er selbst verlor der Lust aufs Warten. Kaum jemand wartete länger als zwei bis drei Minuten, bevor er oder sie entweder das Opaca wechselte oder das Setting oder beides.
“Hallo Roger.”
“Hallo … Dreamer.”
“Du suchst?”
Er lächelte.
“Sieht aus, als hätte ich auch gefunden!”

Natürlich hatte er ihr “Fieberthermometer” gesehen. So nannte man die kleine, nützliche Anzeige, die schräg hinter ihr im virtuellen Raum schwebte. Weiß oder helles Gelb signalisierte allgemeines Interesse, meist um Langeweile zu vertreiben. In den Sex-Opacas sah man diese Farbtöne fast nie. Ab Orange war persönliche Neugier im Spiel, ab Hellrot sexuelles Interesse. Die Skala ging bis Tiefviolett; bei Dreamer war jetzt sie dunkelrot.
Sie sah, dass er ebenfalls seinen PersonChecker nutzte. Ein gutes Programm hatte er da, etwa genauso leistungsfähig wie ihr eigenes, ein Samsung Inquiry. Solide japanische Standardsoftware, keine dieser aufgepimpten Pseudohackerprogramme wie die russische NATasha oder PersonaGrata aus Usbekistan. Sie wusste, was er sehen würde: Eine Frau Ende 30 mit einem gut entwickelten, sportlich-muskulösen Körper, die von ein bis zwei Männern ordentlich durchgefickt werden wollte. Gradlinig, einfach, ohne Sonderwünsche. Sie war schließlich keine Anfängerin. Sie wusste, wie man einen…

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