Die Auster

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Die Auster

Für ein junges Pärchen wird die Jagd nach einem bestimmten Mädchen zur Obsession und gipfelt eines Nachts in einem heißen Dreier.

Aus dem Englischen übersetzt:
„The Oyster”

***

Es geschieht völlig überraschend. Die Stadt, in der wir leben, ist nicht groß, es ist nicht ungewöhnlich, unerwartet auf einen Bekannten zu treffen. Trotzdem überrascht es mich – zum einen, weil ich diese Person schon lange nicht mehr gesehen habe, und zum anderen wegen der Gefühle, die ich für sie hege. Es ist eine dieser intensiven sexuellen Verbindungen, wie ich sie nur verschwindend selten erlebt habe. Im Ernst; ich hatte langjährige Beziehungen, in denen dieses Element fehlte, es ist mir vielleicht sechs Mal in meinem Leben passiert.

Jared und ich zeigen Freunden, die zu Besuch sind, unseren örtlichen Club. Er entspricht dem gewohnten Standard, die Musik ist hart, die hintere Bar im Keller ist rot beleuchtet und rauchgeschwängert. Unsere Freunde sind aus Amerika hier, sie sind begeistert von diesem Ort, es gibt wenig davon, dort, wo sie leben, es scheint auf jeden Fall eine unverwechselbare europäische Erfahrung zu sein.

Viele Tanzrunden und Ausflüge an die Bar später gehen unsere Freunde, es ist schon vier Uhr morgens, sie haben sich echt Mühe gegeben. Jared und ich sind noch lange nicht fertig; wir haben noch ein paar Stunden vor uns. Der Keller ist eine Schwitzgrube, und wir sind bereit, uns darin zu verlieren, die Zeit um uns herum vergehen zu lassen. Diese Atmosphäre berührt die tieferen Ebenen der Psyche, man verspürt den Drang, sich in der Masse zu bewegen, ein Gefühl von Freiheit. Verbindung und Dissoziation am selben Ort.

Wir tanzen vorne, als plötzlich Panther wie eine Erscheinung auf die Tanzfläche schwebt, aus dem Nichts. Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen. Als ich sie zum ersten Mal sehe, kann ich es kaum glauben, sie kann es unmöglich sein. Ich rede mir ein, dass sie es nicht ist, es muss jemand anderes sein, es ist jemand, der mir bekannt vorkommt, dessen Namen ich jetzt vergessen habe…

Aber nein, unsere Blicke treffen sich. Sie ist es, und ich kenne ihren Namen, und es lässt sich nicht leugnen, dass die Anziehungskraft zwischen uns fortbesteht. Ich habe das Gefühl, dass wir beide im Gleichschritt, in Zeitlupe, zweimal hinschauen müssen. Ein Moment des Erkennens, rechtzeitig unterbrochen, ich bin für eine Sekunde unsicher, ob wir uns begrüßen werden oder nicht. Sie lächelt, und ich sehe einen Glanz in ihren Augen.

Sie ist groß und überirdisch schön, ein sexy Alien. Hervorstehende Wangenknochen, große braune Augen, breite, volle Lippen und ein großes Lächeln mit leicht vorstehenden Zähnen. Kurze gewellte dunkle Haare stehen dramatisch von ihrem Kopf ab, ihre kleine Nase ist an der Spitze leicht nach oben gebogen. Sie trägt einen schwarzen Rollkragenpullover und schwarze Leggings. Sie bewegt sich auf mich zu, es ist, als würde ich jemanden in einem Traum sehen und könnte nicht genau erkennen, wer es ist, so fassungslos bin ich.

Schließlich, nur eine Sekunde später (aber es fühlt sich an, als wäre eine Ewigkeit vergangen, so viele Gedanken sind mir durch den Kopf geschossen, seit ich sie entdeckt habe), packt sie mich, während ich durch die Menge tanze und springe. Sie küsst mich zur Begrüßung auf die Lippen, in ihrem Kuss steckt Gefühl. Wir tanzen, während wir uns eng aneinanderdrücken. Sie ist pures Drama, wenn sie tanzt, ihr ganzer Körper scheint sich mit ihren Schultern zu erheben, sie hat die Kühnheit einer Performerin. Sie interagiert mit den Menschen auf der Tanzfläche, fast so, als würde sie ein Gespräch in Bewegung führen, sodass ich nicht sicher bin, ob sie sie kennt oder nicht. Sie tanzt auf ein Mädchen zu, das viel kleiner ist als sie, mit einem Kopf voller Locken. Sie wiegen sich nach unten, Knie im Schritt, fast schon zu sexuell, knapp an der Grenze. Der Club mit seinem niedrigen Kellergeschoss ist ein pochendes Schlagloch, eine Mischung aus Wahnsinn und Körper, die der Besinnungslosigkeit immer näher kommen.

Ihr Tanz bringt sie die paar Meter zurück zu uns, wir tanzen jetzt zusammen, ein paar Fetzen gerufener Konversation, die offensichtlich niemand von uns wirklich hören kann. Es ist klar, dass dies nicht nur eine flüchtige Begegnung auf der Tanzfläche ist, sondern, dass wir irgendwann tatsächlich einmal Hallo zueinander werden sagen müssen. Mit Hilfe von Handgesten und einigen weiteren Schreien ins Ohr inmitten der Musik beschließen wir, nach oben zu gehen und etwas zu trinken. Wir schlürfen Limonade und stellen uns vor den Toiletten an. Die sexuelle Spannung ist spürbar, genau wie beim letzten Mal, als wir uns gesehen haben.

Die Geschichte, wie wir uns kennengelernt haben, ist lustig. Ich habe vor einiger Zeit, in den frühen Tagen meiner Bekanntschaft mit Jared, eine Nacht mit ihr und ihrem Freund verbracht. So geht die Story weiter: Jared verbringt das Wochenende mit seiner anderen Freundin. Da ich mir nicht sicher bin, wie ich mich damit fühle, beschließe ich, mir selbst etwas Spaß zu suchen. Ich fühle mich nicht per se schlecht, ich mag die besagte Freundin ganz gerne. Sie und ich haben einmal eine der denkwürdigsten Bar-Nächte meines Lebens damit verbracht, Bier und dunklen Rum in einem Gewirr aus spärlichen Zimmern in Berlin zu trinken. Gleichzeitig ist es definitiv keine ganz bequeme Situation, zumal ich offenbar seine Therapeutin geworden bin, was ihre angeknackste Liaison betrifft. Es ist eine Fernbeziehung. Sie stecken zu tief drin. Polyamourös zu leben ist harte Arbeit. Verwirrend für alle Beteiligten.

Anstatt über seine Abwesenheit nachzudenken, entführe ich Jen für den Abend und wir beschließen, in das abgelegene beset…

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